Lösungsvorschlag:
Erfolgscontracting

Die Lösung des Qualitätsproblems kann ausschließlich eine neue Vertragsgestaltung für Grundsanierungen von Heizanlagen sein. Statt Technik sollte man das vereinbaren, was man mit der Technik eigentlich erreichen will und - genauso wichtig, auch einfach kontrollieren kann:

  • Einsparziel,
  • Komfortziel und
  • Vollgarantiewartung.

Den Zuschlag erhält, wer diese Energiedienstleistung für einen längeren Vertragszeitraum am billigsten anbietet. Wir, die energie-AG, haben diese erfolgsorientierte Vertragsgestaltung Erfolgscontracting genannt.

Qualität und damit Energieeffizienz und Komfort haben zwar ihren Preis, sind aber langfristig billiger, weil es keine teuren Nachsanierungen mehr gibt. Außerdem wird die Umwelt geschont und Schüler und Lehrer profitieren zusätzlich von einem arbeitsfreundlicheren Raumklima. Die nebenstehende Gegenüberstellung veranschaulicht diese Vorteile von Erfolgscontracting.

Erfolgscontracting ist eine neue Contracting-Variante, die man leicht mit dem bekannten Einsparcontracting verwechseln kann, zumal beide Contracting-Varianten die Erhaltung der Gebäudesubstanz und die Reduzierung der Energiekosten im Blick haben. Der Unterschied liegt in der Art, wie beide das Wirtschaftlichkeitsgebot interpretieren, an das die öffentliche Hand gebunden ist.

Die Ausschreibung des Einsparcontractings orientiert sich am Maximalprinzip. Den Zuschlag erhält der Anbieter, der die Aufgabe bei einem gegebenen Budget am besten erfüllt. Das bedeutet, dass der Umfang der zu investierenden Mittel fix ist und der dadurch erreichbare Erfolg durch die Ausschreibung zu maximieren versucht wird.
Im vorliegenden Fall wird das Prinzip dahin gehend angewendet, dass der Auftraggeber gar keine Eigenmittel einsetzen will bzw. kann. Trotzdem sollen möglichst viel Energiekosten eingespart und möglichst viele Investitionen getätigt werden. Die Maßnahmen müssen sich deshalb aus den eingesparten Energiekosten refinanzieren lassen.
Die zu garantierende Kosteneinsparung und die Höhe der Investitionen wird vom Contractor angeboten. Den Zuschlag erhält derjenige Bieter, der nach einer komplizierten Vergleichsberechnung den höchsten Punktwert erreicht und damit die beste Leistung zu erbringen verspricht. Einsparcontracting wird also eingesetzt, um das Mögliche zu schaffen, wenn kein Geld für das Nötige vorhanden ist.

Die Ausschreibung des Erfolgscontractings orientiert sich am Minimalprinzip. Fix ist nicht das Budget, sondern das Ziel der Sanierung. Den Zuschlag erhält, wer garantiert, dieses Ziel mit dem geringstmöglichen Mitteleinsatz zu erreichen.
Das Ziel wird vom Auftraggeber vorgegeben: Eine Grundsanierung der Heizanlage gemäß Stand der Technik, die den Komfort und die Energieeinsparungen realisiert, die man von der eingebauten Technik erwarten darf. Den Zuschlag erhält, wer das am billigsten, d.h., mit dem geringsten Baukostenzuschuss erreichen kann.

Es ist eine politische Entscheidung, ob man sich mit dem zufrieden gibt, was „umsonst“ zu haben ist, oder ob mit der Sanierung ein Ziel verfolgt wird.

Unsere Grundidee des Erfolgscontractings ist einfach. Vor der Umsetzung dieser Idee in die Praxis sind allerdings noch eine ganze Reihe Fragen zu klären. Wir freuen uns, dass das in dem Forschungsvorhaben „Nachhaltige Heizungssanierung durch Erfolgscontracting“, kurz naerco geschieht.